Dieses Blog durchsuchen

Freitag, 29. Juli 2016

E-Commerce Kalenderblatt: Lesen Sie, wie sich vor fünf Jahren ein finnischer Anbieter selbst vom deutschen Markt schoß

Fast auf den Tag genau ist es her, da schoß sich ein finnischer Hersteller selbst vom deutschen Markt. Diese Geschichte ist wie vielleicht keine andere dazu geeignet aufzuzeigen, was man im E-Commerce tunlichst unterlassen sollte. Aber der Reihe nach:

Es war einmal ein finnisches Unternehmen, welches vor langer langer Zeit darüber nachdachte, wie man Milchsäurepräparate nicht nur in Finnland sondern vielleicht auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz verkaufen könne. Hatte man doch wahrlich ein sehr gutes Produkt in dessen Entwicklung mehrere Jahrzehnte Milchsäurebakterienforschung eingeflossen waren und wo gar finnische Nobelpreisträger an den Forschungen beteiligt waren. Welches andere Unternehmen in dieser Szene kann auf so eine honore Historie zurück blicken?

So machten sich die fleißigen Finnen daran als erstes einen Übersetzer mit der Übersetzung aller Produktunterlagen zu betrauen und als zweites mit dem Übersetzer dafür zu sorgen, dass diese qualitativ hochwertigen Produkte in Deutschland mittels Pharmazentralnummern registriert sind. Ist doch die Registrierung mit einer PZN das Eingangstor zum Vertrieb derartiger Produkte über deutsche Apotheken. Allein das ist ein Selbstläufer wie sicher so manch im Bereich Pharmazie und Nahrungsergänzungsmittel tätiges Unternehmen bestätigen wird.

Im nächsten Schritt suchte unser finnisches Unternehmen einen deutschen Generalvertreter, den es auch recht schnell im alt ehrwürdigen Bundeslande Nordrhein Westfalen in der viele viele Jahre alten Stadt BOCHUM fand. Auch das war schon mal ein sehr guter Ansatz. BOCHUM ist aus vielerlei Gründen welt bekannt. Aus BOCHUM kommt ein bekannter Sänger, in BOCHUM wurden mal Autos und Telefone gebaut, in BOCHUM gibt es also jede Menge Leute, die wahrlich schreiben und lesen können.

Nur gibt es natürlich auch in BOCHUM Schlitzohren und wenn sich dann zwei oder gar drei Schlitzohren zusammen tun muss das noch lange nicht heißen, dass dabei etwas Gutes heraus kommt. Da sich nun einmal gleich und gleich gern gesellt, kam ein Schlitzohr aus dem fernen BONN am schönen Rhein dazu, welches vielleicht ein Leben lang nie etwas anderes tat, als zu schlitzen. So kam, was kommen musste:

Die Augen waren mal wieder größer als der Mund!

Die BOCHUM - BONN Schlitzohrenconnection spielte den armen Finnen eine derartige Geschichte vom Pferd vor, dass man heute darüber nur noch laut lachen kann. Sie zogen wirklich alle Register und auch die gute alte Weisheit sex sells kam dabei nicht zu kurz. Nur machten sie selbst dabei eklatante Fehler. Wenn man schon via sex sells jemanden in die Spur schickt, dann sollte diese jemandin bitte auch davon Ahnung haben wie das geht und nicht daher kommen, dass die finnischen Herren der Schöpfung wie deren Kunden den Braten riechen.

Im Zuge dessen tat nun die BOCHUM - BONN Schlitzohrenconnection folgendes:

1.) Sie schloß als allererstes einen Generalvertrag für den Vertrieb der finnischen Produkte in Deutschland. Dies hieß die Schlitzohrenconnection hatte das exklusive Vertriebsrecht in Deutschland.

2.) Sie begann eher schlecht als recht damit, diese Produkte mittels E-Commerce an den Mann und die Frau bringen zu wollen und dies mißlang gründlich.

Dies erklärt sich einfach so:

Wer jemanden über den Tisch zieht, der muss nicht zwingend Ahnung von E-Commerce haben!

Der Rest der Geschichte ist sehr schnell erzählt. Nachdem der Honigmond der Geschäftsbeziehung zwischen finnischem Unternehmen und der Schlitzohrenconnection vorbei war und sich schnell zeigte, dass die Schlitzohrenconnection eben mangels Kompetenz die hochwertigen Milchsäurepräparate nicht verkauft bekommt, da war dann eben sehr schnell Schluß mit lustig. Anstelle nun gemeinsam darüber nachzudenken, wie man doch noch den Verkauf angekurbelt bekommt, bekam man sich in die Haare. In schier nicht enden wollendem Streit schob nun die eine Seite der andern die Schuld in die Schuhe warum der Verkauf nicht voran kam und wie so oft im Leben galt einmal wieder:

Wenn Zwei sich streiten freut sich der Dritte!

Heute ist schon lange ein Wettbewerber der Finnen auf dem deutschen Markt präsent und heute werden sich die wenigsten in Deutschland überhaupt noch an den Hersteller aus Finnland erinnern können.





Donnerstag, 28. Juli 2016

Nun ist die Zeit des Krebse fischens in Schweden wieder gekommen

In wenigen Tagen ist es wieder soweit und dann beginnt pünktlich am ersten August die Krebssaison 2016 in Schweden. Sie ist für alt und jung und sie wie ihn gleichermaßen einer der Höhepunkte des Jahres.

Mit der richtigen Ausrüstung ist auch das Krebse fischen absolut kein Problem. Krebskörbe der hier zu sehenden Art werden mit etwas Köder am Grund eines Gewässers ausgelegt und mittels einer Boje die Position kenntlich gemacht. Wie bei einer Reuse der Fisch, so klettert hier der Krebs dem Duft des Köders folgend in den Krebskorb hinein, kann aber nicht wieder hinaus. Oft reicht nur eine Nacht, bis so ein Krebskorb voller Krebse ist. Das ist wichtig zu beachten, denn der Krebs ist nacht aktiv. So bringt es recht wenig, morgens einen Krebskorb auszulegen und schon nachmittags aus dem Wasser zu holen. Da werden Sie maximal einige hyperaktive Krebse in Ihrem Korb haben, die nicht schlafen konnten.

Die Zubereitung der Krebse ist kinderleicht. Sie werden so wie sie sind in siedendes Wasser gegeben und verbleiben dort einige Minuten. Schon sind sie fertig und können serviert werden. Bleibt nur noch zu sagen: Wohl bekomms!

Mittwoch, 27. Juli 2016

Why are real Iceland sweater so warm?

True Iceland sweaters are double knit! That is the icelandic sweater is knitted twice, only the outer shell and the inner shell.

Therefore, the Iceland sweater is so warm and protects even in rain or snow.

But please note: True Iceland sweaters are coming from Iceland and not from an another country of this earth. Of course you get on balticproducts.eu only true Iceland sweaters.

Dienstag, 26. Juli 2016

Blaubeersaft, Moosbeerensaft, Birkensaft wieder in Einzelflaschen auf Balticproducts.eu erhältlich

Auf vielfachen Wunsch sind ab sofort einiger der beliebten Fruchtsäfte aus dem schwedischen Hause Alterhedens in Einzelflaschen erhältlich.

So bspw. Blaubeersaft, Birkensaft und Moosbeerensaft. Wir bieten die ab sofort auf Balticproducts.eu als Einzelflaschen oder im Sparpaket á 12 Flaschen bzw. 6 Liter Fruchtsaft an.

Sonntag, 24. Juli 2016

Jetzt ist die Zeit seinen eigenen Mädesüsstee zu trocknen

Landauf landab sind dieser Tage in Schweden die hellen weißen leuchtenden Blüten des Mädesüss zu sehen, welcher auch unter den Namen Älgört (schwedische Bezeichnung) oder Spierkraut bzw. Spierstaude (deutsche Bezeichnung) bekannt ist.

Diese robuste Pflanze begegnete uns voriges Jahr auf unserer Tour zum Nordkap bis weit hinauf zum Polarkreis. Erst einige Kilometer nördlich des Polarkreis waren kein Mädesüss mehr zu finden. Vielleicht ist es ihm dann dort doch zu kalt.

Mädesüss ist eine uralte Heilpflanze, die schon die Wikinger und Kelten aus gutem Grunde nutzten. Denn:

Mädesüss enthält Salicylsäure!

Salecylsäure ist nichts anderes als das natürliche Pendant der Acetylsalicylsäure, ja genau dem Mittel, welches in diversen Medikamenten gegen Kopfschmerzen enthalten ist. Wer nun aber die natürlichere Variante bevorzugt, der kann sich momentan ganz einfach seinen Mädesüsstee trocknen, der dann im Fall der Fälle getrunken werden kann.

Das Ganze dauert nur wenige Minuten und bedarf anschliessend nur etwas Geduld. Als erstes pflücken Sie am Wegesrand einen Strauss frischen Mädesüss und hängen diesen dann im zweiten Schritt irgendwo verkehrt herum, wie hier zu sehen, zum trocknen auf. Nun ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Strauss richtig gut durch getrocknet ist. Auf Grund des heutigen sehr warmen Wetters in ORREFORS war der hier zu sehende morgens gepflückte Strauss noch nach wenigen Stunden nahezu durchgetrocknet. Um aber auf Nummer sicher zu gehen, wird er noch einige Tage hängen bleiben.

Mit dem "Knacktest" werden auch Sie sehr schnell heraus finden, wann die Trocknung abgeschlossen ist. Nehmen Sie dazu einfach einige getrocknete Blätter in die Hand und versuchen sie zu zerbrechen. Wenn es hörbar knackt und die Bläter wie von selbst zerbröseln, dann ist die Trocknung abgeschlossen.

Der Rest ist dann sehr schnell erzähl. Streifen Sie einfach die getrockneten Blätter über einem großen Tisch ab und füllen diese in ein Gefäss, welches Sie trocken aufbewahren. Schon kann der nächste Herbst und Winter kommen und Sie werden sehen, bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit & Co. wirkt dann manchmal so ein Tässchen Mädesüsstee wunder.

Auch bei anderen Leiden kann Mädesüss helfen. Ein Kunde schrieb uns kürzlich: "Guten Tag, wieder einmal bestelle ich Ihren hervorragenden Mädesüßsaft, um damit rheumatische Beschwerden meiner Eltern zu lindern." Mädesüsssaft und Mädesüssgeleé erhalten Sie übrigens auf Balticproducts.eu.

Schon gewusst? Isländischer Stockfisch ist die Delikatesse pur!

Von vielen oft belächelt ist und bleibt isländischer Stockfisch eine Delikatesse pur? Natürlich stellt sich die Frage:

Warum ist isländischer Stockfisch eine Delikatesse?

Als Delikatesse wird gemeinhin ein Lebensmittel dann angesehen, wenn es eine hohe Qualität hat und sehr nahrhaft ist. Beides trifft auf den isländischen Stockfisch zu. In Zeiten wo so manch Lebensmittelkonzern alles mögliche in Fertiggerichte mischen lässt, ist es gut zu wissen, dass es Alternativen gibt.

Eine ist nun mal der isländische Stockfisch, denn er besteht in allererster Linie nun einmal nur aus Fisch und wirklich nichts anderem. Der auch als Klippfisch bekannte Stockfisch wird uralter Sitte folgend an der frischen Luft solange getrocknet, bis nur noch die reine Fleischmasse vorhanden ist. Während der Trocknung verliert der Stockfisch zwischen 80 und 90% seines Gewichtes und wird knochenhart.

Diesen harten Stockfisch kann man entweder in Form der beliebten Chips knabbern oder in Form von Files weiter verarbeiten. Stockfischchips eignen sich besonders für unterwegs und sind ein idealer Ersatz für gesalzenes oder gezuckertes Knabberzeug jeglicher Art. Im Gegensatz zu den Dickmachern dieser Welt, wird man vom Genuss isländischer Stockfischchips wirklich nicht dick.

Für die Küche empfehlen sich Files aus isländischem Stockfisch, die da getrocknet in trockenem Zustand quasi unendlich lange haltbar sind. Je nach Bedarf entnimmt man dann zwei, vier oder auch mehrere Streifen Stockfischfiles und wässert diese einige Zeit. Dabei gilt die Regel, je länger der Stockfisch gewässert wurde, desto weicher wird er. Hat er dann die Konsistenz die ihr bzw. ihm vor schwebt, dann kann der gewässerte isländische Stockfisch wie jeder andere Fisch weiter verarbeitet werden. Bleibt abschliessend die Frage:

Was verbirgt sich nun aber hinter Stockfisch?

Es ist ganz normaler Dorsch, der zuerst ausgenommen wird und dann so in zwei Hälften geteilt, dass die Schwanzflosse des Dorsch als Ganzes erhalten bleibt. So kann man ganz einfach den Dorsch auf Trockengestelle aufhängen, die allenortes in Island wie auch Nordnorwegen zu finden sind. Den Rest erledigt dann Mutter Natur. Bleibt nur noch zu sagen: Wohl bekomm´s!

Freitag, 22. Juli 2016

Woran erkennt man das Alter einer Petroleumlampe?

Diese Frage zu beantworten ist gar nicht so einfach. Bei der hier abgebildeten Petroleumlampe Petrolux aus dem dänischen Hause Delite ist es recht einfach. Da sie erst 2007 erstmalig vorgestellt wurde, kann man keine Petrolux kaufen, die 2006, 1967 oder gar 1847 produziert wurde.

Bei klassischen Petroleumlampen aber sieht es schon ganz anders aus. Nehmen wir bspw. dieses Exemplar. Es handelt sich um die E.S.Sörensen Wandleuchte. Sie kann wirklich aus dem 19.Jahrhundert stammen. Sie kann aber auch erst im Jahre 2005 oder wann auch immer nach alten Zeichnungen gefertigt worden sein.

Warum ist nun aber die Frage nach dem Alter einer Petroleumlampe so wichtig?

Weil dies Schluß endlich den Preis bestimmt! Natürlich wird ein Kunde für eine original Petroleumlampe aus dem 19.Jahrhundert mehr bereit sein zu bezahlen, als für eine nach original Zeichnungen gefertigte Lampe neuerer Produktion. Diesen Umstand machen sich leider windige Geschäftemacher zunutze und bieten in den Internetportalen dieser Welt vermeintlich alte Petroleumlampen an, die erst vor wenigen Jahren produziert wurden.

Natürlich gibt es schon einige Merkmale anhand derer man sich ein Bild über das vermutliche Alter einer Petroleumlampe machen kann. Die erste Frage ist zu prüfen, ob die Lampe Gebrauchsspuren hat. Sehr sehr sicher wird eine Petroleumlampe die über 100 Jahre alt sein soll Gebrauchsspuren der einen oder anderen Art haben. Die zweite Frage besteht darin zu prüfen, wie der Docht beschaffen ist. Oft kann man schon anhand seiner Länge und Beschaffenheit ein Bild davon bekommen, ob die Lampe gebraucht ist oder nicht. Dritte Möglichkeit ist die Gängigkeit des Transports des Dochtes zu prüfen. Hier gilt die Regel: Je schwerer, desto vermutlich älter. Dies liegt einfach daran, dass halt mit den Jahren auch so ein Docht fest sitzt, wenn er nicht regelmäßig bewegt wird.

Schluß endlich ist und bleibt es aber eine Vertrauensfrage, ob Sie dem Verkäufer glauben, dass er Ihnen wirklich eine alte Petroleumlampe verkauft oder ob es ein billiger Nachbau Made von Sonstwoher ist.

Was war eher da? Antikes römisches Glas oder das schwedische Glasreich?

Vor einigen Tagen beschäftigten wir uns in Angesicht aktueller Glasfunde an der Sandby Borg auf Öland mit der Frage:

Muss die Geschichte des schwedischen Glasreiches neu geschrieben werden? 

Nun wollen wir uns eingangs gestellter Frage widmen. Denn diese hat einen ganz konkreten Hintergrund. Die Funde an der Sandy Borg des Juli 2016 beweisen, dass vor rund 1.500 Jahren auf der schwedischen Insel Öland Glas geblasen wurde und diese Funde in Form und Gestalt antikem römischen Glas gleich sind. Auf gleicher geografischer Breite befindet sich westlich Ölands auf dem Festland zwischen KALMAR im Osten und VÄXJÖ im Westen das schwedische Glasreich.  Anzunehmen daher, dass vielleicht auch dort schon vor 1.500 Jahren Glas geblasen wurde. Die dazu nötigen Grundstoffe in Form von Sand, Wasser und Holz waren dort wir auf Öland schon immer verfügbar.

Nun führt folgende Überlegung zu eingangs gestellter Frage:
  1. Es ist zweifelsfrei nachgewiesen, dass auf Öland und dem gegenüberliegenden Festland die Menschen schon vor mindestens 8.000 Jahren siedelten.
  2. Es ist weiterhin heute kein Geheimnis mehr, dass das Römische Reich erst 5.235 Jahre später entstand.
  3. Es ist auch weiterhin heute kein Geheimnis, dass man damals wie heute auch ohne Kompass durch Navigation unter Land entlang der Küste problemlos mit dem Schiff von Öland bis in das heutige Italien und natürlich auch wieder zurück kam.
  4. Es ist weiterhin anzunehmen, dass die vor rund 8.000 Jahren auf der skandinavischen Halbinsel siedelnden Menschen irgendwelche irdenen Gefässe gehabt haben müssen, in denen sie ihre Lebensmittel aufbewahrten. Sonst hätten sie einfach die strengen Winter nicht überlebt.
  5. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Menschen vor 8.000 die Technik der Glasschmelze kannten, ist nahe 100%. Denn sie konnten ja damals auch aus Erz Metalle schmelzen. Dafür gibt es hinreichend Beweise.
Wenn dem also so war, dann ist doch die Frage berechtigt:

Haben die Skandinavier antikes römisches Glas erfunden?

Dafür spricht, dass schon tausende von Jahren vor Gründung des Römischen Reiches Metall in Skandinavien verarbeitet und höchst wahrscheinlich auch Glas geschmolzen wurde. Gut möglich, dass auch die Glasfunde an der Sandby Borg viel viel älter sind als momentan angenommen.

Glas ist einer der wenigen Werkstoffe, der chemisch neutral ist. D.h. weder Säuren noch Basen oder welche chemische Verbindungen auch immer beeinflussen die Konsistenz des Glases. Deshalb wird es ja nach wie vor in den Chemielabors dieser Welt als Aufbewahrungsmittel genutzt. Deshalb kann man bspw. auch nicht anhand einer sauberen Glasflasche darauf schliessen, ob diese einst als Weinflasche oder Sturmglas genutzt wurde. Da nun auch die Radiocarbonmethode wirlich nur bedingt bis eigentlich gar nicht für die Bestimmung des Alters von Glas verwendbar ist, bleibt nur das Schätzen des Alters anhand eines Vergleiches.

Wenn man nun heute im Juli 2016 feststellte, dass die an der Sandby Borg gefundenen Gläser antikem römischen Glas ähneln, dann ist dies unter dem Strich lediglich ein Beweis dafür, dass beide in Form und Gestalt ähnlich bis vielleicht gar identisch sind. Man kann daraus aber nicht schlußfolgern, ob es nicht vielleicht viel viel früher schon eine Glasproduktion in Skandinavien gab oder ob das Glas von Skandinavien nach ROM kam oder umgekehrt.

Dazu eine Analogie aus dem hier und jetzt:

Wenn Sie heute in Afrika und Australien zeitgleich ein Smartphone des Herstellers XYZ finden, dann heißt dies ja nicht, dass das Smartphone in Afrika oder Australien erfunden wurde. Sie können lediglich anhand vorhandener Beschriftungen und natürlich Ihrem Wissen schlußfolgern, wo es erfunden und wo es produziert wurde.

Es wird aber schon bei diesem Gegenstand viel schwerer. Das hier zu sehende Goethe Barometer kann genauso im 19.Jahrhundert produziert worden sein wie im Jahre 2012.

Auch können Sie nur anhand des Etikettes identifizieren, wo es produziert wurde. Entfernt man das Etikett, dann hat jeder Betrachter ein Problem es zu ordnen zu können.

Es kann im Thüringer Wald genauso wie in einer schwedischen Glashütte produziert worden sein. Denn in beiden typischen Glasbläserregionen wurden vor noch gar nicht allzu langer Zeit Goethe Barometer hergestellt.

Allein deshalb kann man eingangs gestellte Frage heute noch nicht schlüßig beantworten.  Mit dem Wissen des Juli 2016 kann man aber mit Fug und Recht sagen: Wer noch am Abend des 11.07.2016 gefragt worden wäre, wie lange schon Glas in Schweden verarbeitet wurde, der hätte von Fachleuten die Antwort bekommen seit ungefähr 500 Jahren plus minus X. Schon einen Tag später am 12.07.2016 sah mit Veröffentlichung der Pressemitteilung über Funde an der Sandby Borg die Welt ganz anders aus. Bleiben wir also gespannt, was die Archäologen Nordeuropas in den nächsten Jahren noch so alles zu Tage fördern werden.

Donnerstag, 14. Juli 2016

Muss die Geschichte des schwedischen Glasreiches neu geschrieben werden?

Diese Frage stellt sich in Angesicht eines sensationellen Fundes an der Sandby Borg auf der Insel Öland. Wie die schwedische Zeitung Barometern in ihrer heutigen Ausgabe auf Seite sechs berichtet, präsentierten Archäologen auf einer kürzlichen Pressekonferenz Glasreste aus der Zeit um 600 n.Chr., die bei den diesjährigen Grabungen unweit des hier abgebildeten Runensteines gefunden wurden.

Dies lässt führt natürlich zu eingangs gestellter Frage. Befindet sich doch das schwedische Glasreich in unmittelbarer Nähe der Insel Öland auf dem direkt gegenüberliegenden Festland zwischen den Städten KALMAR und VÄXJÖ. Bezüglich dessen Alter ging man bis dato davon aus, dass die Glasverarbeitung in Schweden erst im 16.Jahrhundert und damit tausend Jahre später begann als wir jetzt wissen. Nun beweist der Glasfund an der Sandby Borg, dass in Skandinavien bereits viel viel früher Glas geschmolzen wurden. Allein deshalb ist selbst redend nachvollziehbar, dass die Redakteurin heutigen Artikels Anna Åslund die Sensation so in Worte fasste:

"Det är som att hitta en tv i en gammal boplast för vikingar." - "Das ist so, als wenn man ein Fernsehgerät in einer alten Wikingersiedlung findet."

Die Projektleiterin des Grabungsteams Helena Victor konnte anhand diesjähriger Funde nachweisen, dass sich auf dem Gelände der Sandby Borg eine kleine Glashütte befand, in der Glasschmuck so bspw. Glasperlen hergestellt wurden. Die Art und Weise ähnelt bekannten Funden aus der Römerzeit. Ein Hinweis mehr auch dafür, dass es vermutlich Verbindungen zwischen dem Römischen Reich und auf Öland Siedelnden gab, wie schon früherer Funde vermuten liessen. So wurden vor einigen Jahren auf Öland Münzen aus der Römerzeit gefunden.

Gut möglich daher auch, dass vielleicht bald weitere interessante Neuigkeiten auf uns warten. An der Sandby Borg werden seit einigen Jahren regelmässig des Sommers Grabungen durchgeführt. Sie offenbarten in den letzten Jahren viel neues. So Zeugnisse eines frühzeitlichen Massakers über dessen Ursache sich Experten noch keinen so richtigen Reim machen konnten. Wenn sich nun aber vielleicht zeigen sollte, dass sich hier vielleicht noch mehr Produktionsstätten befanden, dann könnte dies auch die handfesten Auseinandersetzungen vor vielen vielen hunderten von Jahren erklären.

Freitag, 8. Juli 2016

Sehenswert: Die alte Schmiede in Orrefors wo einst echter Schwedenstahl geschmiedet wurde

Ja sie ist wirklich sehenswert, die alte Schmiede im schwedischen ORREFORS. Seit einigen Jahren nun schon haben Enthusiasten viele tausende von Arbeitsstunden in die Restaurierung der alten Schmiede in ORREFORS investiert. War sie es doch, mit der vor rund 300 Jahren die Industriealisierung in ORREFORS begann. Zu dieser Zeit bestand rund 70% des schwedischen Exportes aus dem heute weltbekannten Schwedenstahl. Von besagten 70% kam einst rund ein Zehntel aus ORREFORS und Umgebung.

Basierend auf diesem wirtschaftlichen Erfolg entstand dann im 19.Jahrhundert das in Gehweite liegende Sägewerk und 1898 das direkt der Schmiede gegenüberliegende Glaswerk ORREFORS, welches leider vor einigen Jahren schloß.

Dies und vieles andere kann man erfahren, wenn man Maria Rudström, der Inhaberin von Utfärden lauscht, die während des Sommers an den Wochenenden sehr interessante Führungen in der Schmiede anbietet. Gemeinsam mit weiteren Mitstreitern macht sie das einstige Leben in und um die Schmiede erlebbar.

Faszinierend bspw. zu sehen wie damals mittels Wasserkraft die Schmiedehämmer wie der Blasebalg betrieben wurden und kein Schmied je auf die Idee kam, mal eben schnell ein Update einspielen zu müssen, damit es weiter geht.

So stammt bspw. der hier zu sehende Blasblag aus dem Jahre 1839 und er versieht tadellos heute seinen Dienst. Wer mag und will hat zum Abschluss der Führung Gelegenheit,sich selbst unter Anleitung als Schmied auszuprobieren.

Eine Tätigkeit, die immer wieder alt und jung in ihren Bann zieht.

So bleibt abschliessend allen Beteiligten nur zu wünschen, dass die Schmiede weiterhin viele Besucher anziehen wird. Sie ist wirklich zu einem Kleinod geworden, was man sich vor einigen Jahren nicht wagte vorzustellen. Da lag die alte Schmiede in ORREFORS im Dornröschenschlaf und wie es aussieht, hat sie wirklich ein Prinz wach geküßt. Kein Wunder daher, dass die Schmiede mittlerweile schon lange unter Denkmalschutz steht und die zuständige Behörde akribisch die Restaurationsarbeiten begleitete und dokumentierte.